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Abstract

        In this work, the question as to whether free software should be used in secondary schools is discussed. The argument is advanced through a series of interviews and practical examples which support the assertion that the use of free software for schools, especially for teaching, is beneficial and both the economic dependence on the IT field as well as the costs can be reduced.

The investigation of the topic has not only confirmed the theory, but also revealed that free software in schools can lead to an improvement in quality of the courses and also that a successful migration depends on a multitude of variables. Therefore, each situation for itself should be examined and no blanket statement on their chances of success of a migration can be taken.

Finally, attention has been drawn to what relevance free software will have in the future and, furthermore, why Linux, as the main representatives of free software, is already present in many areas of life and why those areas cannot be contemplated without it anymore.
Zusammenfassung

        Benutzen, verändern, verschenken, nachahmen, etc. ist gestattet. Freie Software gewährt dem Benutzer all jene Freiheiten die er auch bei anderen Konsumgütern erfährt. Freie Software wird all zu oft in Verbindung mit „gratis“ gebracht. Es heißt: „Etwas das umsonst zu bekommen ist, taugt nichts“. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Schon 2007 hatte der Mozilla Webbrowser „Firefox“ einen Marktanteil von über 30% und vermutlich viele Fans in den Reihen der Benutzer, die über die Freiheit der Software gar nicht Bescheid wussten. Ein Blick hinaus in die Welt zeigt: Der ideologische Hintergrund der „Free Software Szene“ scheint oft nur für Programmierer, Informatiker und Idealisten ausschlaggebend zu sein, auf FOSS zu setzen. Auf Grund von Werten wie Wissensfreiheit, einer antikapitalistischen Haltung, dem Wunsch wirtschaftlich unabhängig zu sein, einer großen Community anzugehören, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, etc. wird von diesen oft der Einsatz von freier Software propagiert und forciert. Im Gegensatz dazu stehen für viele User und öffentliche Einrichtungen zumeist eine Reduzierung der wirtschaftlichen Abhängigkeit, der damit verbundene finanzielle Vorteil und die technischen Hintergründe im Vordergrund. „Upgrade-Zwang“ von Software und Hardware, Kompatibilitätsprobleme zwischen den Versionsnummern, Unterschiede zwischen privater und beruflicher (schulischer) Softwareausstattung etc. sind Probleme, mit denen Schulen heute zu arbeiten haben. Der Umstieg auf freie Software schafft hier in der Regel eine Harmonisierung. Zusätzlich wird die Tatsache, dass der Quellcode des eingesetzten Programms zur Verfügung steht und somit öffentliche Einsichtnahme ermöglicht, oft als relevanter Vorteil von FOSS angeführt. Da es kein „Non Disclosure Agreement“ wie bei proprietärer Software gibt, können bei Sicherheitsprüfungen gefundene Fehler veröffentlicht und die Anwender schnell informiert werden, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Für viele ist die Wahl der Softwarelizenz gleichzusetzen mit der Entscheidung „Vertrauen versus Wissen“ [vgl. BSI ]
Durch das Internet sind sowohl die Produktions- als auch die Vertriebsmittel, Computer und Netzzugang, nicht mehr in der Hand einiger weniger; so kann jeder mit dem notwendigen Know-how zu einem Softwareentwickler werden und auch die rasche Verteilung der Software ist gewährleistet. Programmierer und Supporter können sich durch Schaffen und Unterstützen von „freien Software Projekten“ selbst verwirklichen und das Endprodukt nach ihren Vorstellungen gestalten. Das vorherrschende proprietäre Modell erlaubt den Anwendern kaum Einflussnahme auf die Anwendungssoftware bzw. lässt sie in der Abhängigkeit des guten Willens der Hersteller verweilen. Ein Zustand, der für öffentliche Einrichtungen oft nicht tragbar ist.
 

Zudem erwirkt freie Software durch das etablierte Entstehungsmodell - mit Unterstützung einer Community - Konkurrenz zu etablierten Quasi-Monopolisten, wo der Versuch, dies durch rein kapitalistische Produktionssysteme zu erreichen, u.a. wegen Unfinanzierbarkeit oft gar nicht erst in Erwägung gezogen wird. Eine klare Stärke von freier, quelloffener Software ist jene, dass es auch in ferner Zukunft eine Möglichkeit geben wird, freien Systemen wie Linux jeden erdenklichen Vorteil abzuverlangen. So können diverse Systeme darauf basieren, es können Linux und dessen ausführliche Dokumentation als “Blueprint” herangezogen und nachgelesen werden, weshalb eine bestimmte Lösung für ein Problem genutzt wurde, weshalb der Code auf jene Weise entworfen wurde und vieles mehr. Für allgemeinbildende höhere Schulen, die in der Regel nur wenig Spezialsoftware einsetzen, die durch das Angebot freier Software nicht gedeckt werden könnte, gilt nach Ansicht diverser Studien, dass ein gut geführter Umstieg einen finanzielle Besserstellung bedeuten kann. Der Wartungsaufwand kann langfristig reduziert und der Sicherheitsstandard erhöht werden. In Supportfragen kann auf die Community zurückgegriffen werden bzw. dieser Support auf herkömmliche Weise gekauft werden. Durch den Einsatz von freier Software besteht für die Schulen erstmals die Möglichkeit, sich zumindest teilweise aus der strengen Abhängigkeit einzelner Softwareanbieter zu lösen. Die Unterstützung offener Formate stellt sicher, dass die Daten auf lange Sicht hin lesbar und weiter verarbeitbar bleiben. Das Ressourcen schonende Design von GNU/Linux ermöglicht, auch ältere Hardware sinnvoll einzusetzen und auf diese Weise die Anzahl der nutzbaren Personal Computer zu erhöhen. Zudem entfallen für Schulen, Schüler und Lehrer die Lizenzkosten, was sich positiv auf die Kosten der IT auswirkt. Die durch den Einsatz freier Software verringerten Kosten für schulinterne IT können durch Rückführung der finanziellen Mittel in den Unterricht respektive in Unterrichtsmaterialien infolgedessen zu einer Steigerung der Qualität des Lehrangebotes führen.
 

Eine wesentliche Hürde, die es zu überwinden gibt, ist der Lock-in der Belegschaft sowie die einfache Gewohnheit der einzelnen. Vorausgehende Informationsveranstaltungen und Schulungen sind daher eine sinnvolle Ergänzung und Grundlage einer erfolgreichen Migration. Eine Migration bedeutet immer eine Umstellung aller Beteiligten auf eine neue Situation und ist daher mit einem angemessenen Zeitrahmen zu planen. Dieser Umstellung setzt eine gewisse Vorlaufzeit voraus, in welcher das neue System vorgestellt werden kann, bevor es zum praktischen Einsatz kommt. Für einen zukünftigen reibungslosen Umstieg auf freie Software ist vor allem bei Ausschreibungen darauf zu achten, nur Software zu erwerben, die den heutigen Anforderungen entsprechen und plattformunabhängig betrieben werden kann. Dies wäre eine empfehlenswerte Herangehensweise, die vor allem auch vom Ministerium unterstützt werden sollte, das im derzeitigen Modell die Lizenzen für die Schulen erwirbt. Langfristig kann hier also nur ein Umdenken zu einer Veränderung der Situation führen, das auch in hohen Kreisen um sich greift und den Schulen bei der Wahl ihrer Software wieder mehr autonomes Entscheiden, angepasst an den Schultyp und den individuellen Bedingungen, gewährt. Die Aufarbeitung des Themas dieser Arbeit im Kapitel „FOSS im Schulbetrieb“ hat ergeben, dass freie Software eine ausgesprochen gute Alternative zu kommerziellen, kostenpflichtigen Produkten darstellen kann, sich ausgezeichnet für den Einsatz im Unterricht eignet und den Wartungsaufwand langfristig senken kann. In gewisser Weise gehört es zur sozialen Verantwortung einer allgemeinbildenden höheren Schule, diese zumindest in Betracht zu ziehen und für ihre spezielle Situation zu prüfen, wie und in welchen Bereichen sie am besten zum Einsatz kommen kann. Anders zeigt sich die Situation, wenn höhere technische Lehranstalten und andere berufsbildende Schulen auf Grund ihrer Zielsetzung tatsächlich Produktschulung betreiben bzw. wenn sie auf Grund der Hardwareausstattung und aus Mangel an Alternativen gezwungen sind, auf proprietäre Systeme zurückzugreifen. Nicht Einsparungen an Softwarelizenzen sollten das alleinige Ziel sein, sondern in der Folge die Verlagerung der Ausgaben von Software zu Hardware und somit eine bessere Ausstattung für Schule und Unterricht. Formale Richtlinien zur Bewertung und Kategorisierung von Open Source Nutzung müssen landesweit entwickelt werden und Schulen auf eine kommende Verlagerung der Wertigkeit im Softwarebereich vorbereitet werden. Die Studie der Materie hat ergeben: Free Open Source Software wird in Zukunft ein Faktor sein, mit dem man zu rechnen hat.

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